Erfolgreicher Abschluss der Gründerinnen-Werkstatt bei Frauen & Beruf – 13 Frauen starten mit individuellen Konzepten in die Selbstständigkeit – Nächste Werkstatt beginnt am 9. September

Reisen nach Krakau, Pflege- und Sozialcoaching, Rucksäcke und Taschen aus Kork, ein Ausleihshop für Holzspielzeug und ein Vintage- und Lifestyle-Blog. Das sind einige der Gründungsideen, an denen in der Gründerinnen-Werkstatt bei Frauen & Beruf in den vergangenen Monaten gearbeitet wurde. Vier Wochen nach Abschluss des Seminars haben jetzt fünf von 13 Frauen vorgestellt, was aus ihren Plänen geworden ist.

„Polen verzaubert“ heißt die Reiseberatung, mit der sich Malgorzata Diedenhofen selbstständig macht. Seit 30 Jahren lebt die gebürtige Krakauerin in Münster und schnürt für ihre Kunden jetzt individuelle Reisepakete zu Geschichte und Kultur, Leben und Genuss in ihrer Heimatstadt. Die studierte Juristin hatte in Münster bei einem Reiseveranstalter gearbeitet, jetzt folgt sie der Liebe zu ihrem Heimatland und der Begeisterung für ein eigenes Business. „Ich war verbissen in der Sackgasse“, sagt sie über die Situation zu Beginn des Seminars. „Hier habe ich erlebt, dass ich meine Idee sich entwickeln lassen kann.“

Eine Erfahrung, die Astrid Hochbahn, die die Werkstatt über zehn Wochen gemeinsam mit weiteren Referentinnen begleitete, immer wieder macht. „In der Gründerinnen-Werkstatt erleben die Frauen, dass die Gründung ein Prozess ist“, sagt die Unternehmensberaterin. „Diese Einstellung hilft auch nach der Gründung. Denn auch Unternehmerin zu werden ist ein Prozess, in dem die Frauen weiter wachsen können.“

So wie Ilknur Bitis, die sich als Pflege- und Sozialcoach selbstständig macht. Die operationstechnische Assistentin hat sich durch eine Coaching-Ausbildung ein neues berufliches Feld erschlossen. Mitte Juli eröffnete sie ihre Praxis in Münster, in der sie Menschen, die in Pflege- und Sozialberufen arbeiten, berät.

Oder Joanna Puzik, die nach einem Studium der Kunstgeschichte und der Kultur- und Sozialanthropologie als Fach- und Blog-Autorin aus der Elternzeit heraus in die Selbstständigkeit startet. Mit Cooltour Vintage und Lifestyle will sie so über Geschichte und Kultur schreiben, dass daraus spannender Gesprächsstoff wird – und die Selbstständigkeit mit der Familienarbeit verbinden.

Zu jeder Gründerinnen-Werkstatt gehört auch das Zahlenwerk. Für viele Gründerinnen, das weiß auch Unternehmensberaterin Astrid Hochbahn, ein ungeliebtes Thema. „Im Laufe der Zeit verliert das seinen Schrecken“, sagt Eva-Maria Diekel. Die Biologin, Agrarwirtschaftlerin und Tierheilpraktikerin plant die Gründung eines Ausleihshops für ökologisches Holzspielzeug. „Es war eine gute Erfahrung zu erleben, dass sich auf der Basis der Zahlenwerke die kreative Arbeit an der Idee, Zielgruppen und Marketing noch mal anders darstellt.“ Was ursprünglich ein Laden werden sollte, realisiert sie jetzt als Online-Shop. „Der Holzwichtel“ geht im Herbst an den Start.

Auch für Gesundheitsberaterin Ute Finke und ihre Geschäftspartnerin, die Eventmanagerin Sabina Zimmermann, stehen ökologische und nachhaltige Aspekte im Mittelpunkt. Die beiden schwärmen für den Naturstoff Kork und produzieren aus dem wasserabweisenden Material Rucksäcke und Taschen.  „Mit Hilfe der Gründerinnen-Werkstatt konnte in kurzer Zeit aus einer Idee unsere Firma Korkgut entstehen“, strahlt Ute Finke. „Diese Unterstützung kam nach der Familienpause genau richtig“.

Die Gründerinnen-Werkstatt haben alle Teilnehmerinnen auch durch den Austausch miteinander als große Bereicherung erlebt. „Zwischen dem ersten Treffen und dem letzten Abend zehn Wochen später liegen Welten“, sagt Astrid Hochbahn. Auch weil die Entscheidung zur Gründung viel mehr ist als eine berufliche Neuorientierung. „Mit der Gründung entscheiden sich die Frauen, die eigene Biografie in die Hände zu nehmen.“ Mit allen Höhen und Tiefen. „Ein bisschen Achterbahn war auch“, sagt Joanna Puzik und lacht.

Frauen & Beruf bietet auch im 2. Halbjahr 2016 wieder eine Gründerinnen-Werkstatt an. Am 8. September startet das Seminar mit 10 Abendterminen. Mehr Informationen: www.frauen-und-beruf-muenster.de