Alternativen zum Minijob – Broschüre mit Stimmen von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern im Münsterland

„Minijobs sind ungerecht“, „Minijobber leben den Aushilfsstatus zu Lasten des Arbeitgebers“, „Mit Minijobs sind Sie im Unternehmen unflexibel“, „Minijobs sind zu teuer…“ So und ähnlich äußern sich Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen im Münsterland über Minijobs.
Im Rahmen der Kampagne „MAXI statt mini“, einer gemeinsamen Aktion von Frauen & Beruf und Frau & Beruf im Kreis Warendorf, erscheint jetzt eine Broschüre mit Stimmen aus Unternehmen im Münsterland. Gemeinsam ist ihnen, dass sie zu den typischen Minijob-Branchen gehören – Gastronomie, Einzelhandel und haushaltsnahe Dienstleistungen -, und dennoch fordern sie eine andere Gestaltung der Rahmenbedingungen für die kleinen Jobs.

So sagt Angelina Wendt, die Personalleiterin im Mövenpick Hotel in Münster, die weitgehend auf Minijobs verzichtet: „In unserer Branche ist Qualität entscheidend – und die kann ich über Minijobs nicht sichern.“ In Bezug auf die rechtlichen Rahmenbedingungen ist sie überzeugt: „Minijobs haben sich nicht bewährt als Übergangslösung in sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen mit Rentenansprüchen. Das Hauptproblem liegt bei den Steuern.“ Auch SuperBiomarkt-Vorstand Michael Radau, der kein entschiedener Gegner von Minijobs ist, glaubt: „Gerade bei einem Teilzeitjob mit wenigen Stunden und bei ‚ungünstigen‘ Steuerklassen muss eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit attraktiver gemacht werden.“

Die Kampagne „MAXI statt mini“ fordert neue rechtliche Rahmenbedingungen für die kleinen Jobs. „Arbeitgeber erleben oftmals, dass Mitarbeiterinnen gezielt nach Minijobs fragen oder es ablehnen, ihre Arbeitszeit über den Minijob hinaus aufzustocken“, sagt Marithres van Bürk-Opahle, Geschäftsführerin bei Frau & Beruf im Kreis Warendorf. Der Grund: Die Beschäftigten profitieren zunächst von der Steuer- und Abgabenfreiheit unterhalb der 450-Grenze. „Wenn Frauen den Minijob zunächst als niedrigschwelligen Wiedereinstieg in den Beruf wählen, so stellen sie aber schnell fest, dass jeder über 450 Euro hinaus verdiente Euro das Haushaltsbudget zunächst belastet.“ Denn dann müssen auf den Zusatzverdienst Steuern gezahlt werden und auch die beitragsfreie Familienmitversicherung in der Krankenversicherung entfällt, deutlich spürbar im Portemonnaie.

Während des Wahlkampfes hatte die Kampagne „MAXI statt mini“ regelmäßig Infobriefe mit „Argumenten für Ihre politische Arbeit“ an Politikerinnen und Politiker versandt, jetzt hoffen die Initiatorinnen das das Thema auch in den Koalitionsverhandlungen nicht unter den Tisch fällt. Ganz im Sinne des REWE-Einzelhändlers aus Hamm Benjamin Haase: „In das System muss Gerechtigkeit kommen. Ohne eine Steuerdiskussion werden wir das Problem nicht lösen.“

Die Broschüre und weitere Informationen zur Kampagne gibt es zum Download auf der Kampagnenseite www.maxistattmini.de

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