Die aktuelle Debatte zur Frauenquote im Licht der Erfahrungen aus vier Jahrzehnten

03 Juli 2018 | Münster

Die Frauenquote ist so aktuell wie nie: Auch weiterhin sind Frauen in einflussreichen Positionen unterrepräsentiert oder schlicht nicht existent. In unterschiedlichen Ländern und in vielen gesellschaftlichen Bereichen wird eine Frauenquote als Antwort auf diesen Missstand gefordert – sei es in den Spitzenpositionen von Wissenschaft und Kultur, von Politik und Verwaltung oder der Wirtschaft. Die öffentliche Quotendebatte wird in der Regel auf das Spannungsverhältnis zwischen Leistungs- und Repräsentationsgerechtigkeit verkürzt und blendet dabei das ursprüngliche Ziel einer geschlechtergerechten Gesellschaft aus.

Mit der Tagung wollen wir die Diskussion über die Frauenquote wieder an diese Ursprünge zurückkoppeln. Wir verstehen die Quote als ein mögliches Instrument zur Veränderung gesellschaftlicher Strukturen, das zudem von anderen Maßnahmen flankiert werden muss und ausdrücklich nicht als Selbstzweck zur numerischen Erhöhung der Frauen in Führungspositionen.

Die Tagung nimmt den aktuellen Diskurs zum Anlass, die vielfältigen und zwiespältigen Effekte und Wirkungsmechanismen der Frauenquote auszuloten. Konkret wollen wir die Erfahrungen in den gesellschaftlichen Bereichen bilanzieren, in denen durch Richtlinien und Verfahrensregeln eine quantitative Erhöhung von Frauen erreicht wurde. Mit der Auseinandersetzung über Anforderungen und Erwartungen an eine geschlechtergerechte Gesellschaft spannt die Veranstaltung den Bogen zu der aktuellen Debatte über Quotenregelungen in Wirtschaft, Politik und Medien.

In Vorträgen, Diskussionen und Foren möchten wir mit interessierten Frauen und Männern aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen die ambivalenten Resultate und Wirkungsmechanismen der Frauenquote diskutieren, notwendige flankierende Rahmenbedingungen und Veränderungen ausloten sowie über konkrete Forderungen an Entscheidungsträger beraten.

DAS PROGRAMM

Die aktuelle Debatte zur Frauenquote im Licht der Erfahrungen aus vier Jahrzehnten

ab 9:30 Uhr Anmeldung
Kaffee
10:30 Uhr
  • Begrüßung
    Dr. Saskia Freye
  • Einführung in die Tagung
    Dr. Susanne Eyssen
11:00 Uhr
  • Key Note
    Dr. Antje Schrupp
  • Diskussion
12:30 Uhr Mittagspause
13:15 Uhr Kühne Ziele und biederer Alltag

  • Forum 1: Politik und Verwaltung
    Vertreterin aus CDU (Anfrage)
    Nancy Böhning, SPD
    Kirsten Pinkvoss, GSt. Uni Hagen
    Moderation: Anneka Beck
  • Forum 2: Wirtschaft und Arbeit
    Sissi Banos
    , IG Metall
    Mechthild Düsing, Rechtsanwältin
    Ria Hendrikx, FidAR, freiberufliche Coach und Beraterin
    Prof. Dr. Anja Seng, FidAR, Professorin für Betriebswirtschaftslehre / Rektoratsbeauftragte für Diversity Management / Sprecherin Duales Studium
    Moderation: Irmgard Grieshop-Sander
  • Forum 3: Wissenschaft und Kultur
    Tatjana Turanskyj, ProQuote Film
    Dr. Anna-Katharina Meßmer, Geschäftsstellenleiterin FGW
    Ruth Seidl, Bündnis 90/Grüne, ehem. MdL NRW (Anfrage)
    Moderation: Cornelia Benninghoven
15:00 Uhr Kaffeepause
15:30 Uhr
  • Podiumsdiskussion: Geschlechterparität neu verhandeln, Frauenqote repolitisieren
    Tatjana Turanskyj
    Vertreterinnen aus den 3 Parteien (s.o.)
17:15 Uhr Ende der Tagung

Tagungsmoderation: Cornelia Benninghoven

DIE INITIATORINNEN

Christel Zeisler und Brigitte Sträßer

Christel Zeisler und Brigitte Sträßer haben als Zeitzeuginnen den frauenpolitischen Aufbruch in Münster Ender der 70er / Anfang der 80er Jahre hautnah miterlebt und aktiv mitgestaltet.

1988 haben sie Position und Chancen von Frauen in der Arbeitswelt zu ihrem beruflichen Thema gemacht und die Kontakt -und Informationsstelle Frauen & Beruf Münster gegründet. Seit nunmehr 30 Jahren arbeitet Frauen & Beruf Münster erfolgreich für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am Erwerbsleben.

Kontakt:
b.straesser@gmx.net
c.zeisler@frauen-und-beruf-muenster.de

Dr. Susanne Eyssen

Dr. Susanne Eyssen forschte in ihrer soziologisch-historischen Dissertation über die Auseinandersetzung um Quote und Frauenpolitik in der SPD während der 1970er und 1980er Jahre. In ihrem Beruf entwickelt sie seit vielen Jahren Mentoringprogramme in Unternehmen, Verbänden und öffentlichen Verwaltungen. In dieser Projektarbeit hat sie die Klippen und Sackgassen kennengelernt, die insbesondere jungen Frauen auf ihrem Karriereweg begegnen.

Auch hat sich Dr. Susanne Eyssen mit den alltäglichen Machterfahrungen auseinandergesetzt, die die Mentorinnen als Führungsfrauen in Vorständen und Geschäftsleitungen erfahren.

Kontakt: eyssen@snafu.de

Dr. Saskia Freye

Dr. Saskia Freye ist gebürtige Münsteranerin, war u.a. am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, an der Ruhr-Universität Bochum sowie am nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium tätig und arbeitet heute als Wissenschaftsmanagerin in Düsseldorf. In ihrer elitensoziologischen Dissertation hat Dr.Saskia Freye die Karriereverläufe von Vorstandsvorsitzenden analysiert – wenig überraschend gab es in dem Sample keine einzige Frau.

Kontakt: saskia.freye@gmx.de

DIE VERANSTALTERINNEN

Frauen und Beruf e.V. Münster
und der AK Quote Vadis Münster

Warendorfer Str. 3
48145 Münster

www.frauen-und-beruf-muenster.de
frauen@muenster.de

FÖRDERINNEN UND UNTERSTÜTZERINNEN

lAK Quote Vadis Münster:

  • AMF-Arbeitskreis Münsteraner Frauenorganisationen
  • Beratung und Therapie für Frauen

BündnisFrauenArbeit Münster:

  • Agentur für Arbeit
  • Jobcenter Münster
  • Sozialberatung des Studierendenwerks WWU Münster
  • VHS Stadt Münster
  • Frauenbüro der Stadt Münster
  • Privatpersonen
  • Pro Quote Film

ANMELDUNG

Die Veranstaltung ist kostenfrei. Die Anmeldung ist möglich ab Ende Mai.

Bei Fragen zur barrierefreien Durchführung der Veranstaltung wenden Sie sich bitte an:

Frauen & Beruf e.V. Münster.
frauen@muenster.de
Tel. 0251 55669