Vier Jahrzehnte frauenpolitische Debatten – 30 Jahre Frauen & Beruf in Münster

Wie kommen Frauen in einflussreiche Positionen? Wie werden sie stärker in Wirtschaft, Politik, Verwaltung, Kultur und Medien? Diese Fragen beschäftigen politisch arbeitende Frauen seit Jahrzehnten. „Eine Antwort darauf ist die Quote“, sagt Christel Zeisler, Geschäftsführerin von Frauen & Beruf Münster. „Aber mit der Quote allein ist noch nicht viel erreicht.“
Um Instrumente, Debatten und Formen der Zusammenarbeit für mehr Repräsentanz von Frauen geht es am 3. Juli bei der Fachtagung „Quote Vadis“, mit der Frauen & Beruf zugleich eine Reihe von Veranstaltungen zum 30-jährigen Bestehen von Frauen & Beruf in Münster eröffnet.

Die Initiative zu dieser Tagung stammt von den beiden Wissenschaftlerinnen Dr. Susanne Eyssen und Dr. Saskia Freye, die sich in ihren Promotionen jeweils mit strategischen und politischen Instrumenten zur Karriere- und Frauenförderung auseinandergesetzt haben. „Gemeinsam mit dem AK Quote Vadis Münster und vielen FörderInnen und Unterstützerinnen wollen wir mit unserer Tagung die Diskussion über die Frauenquote wieder an ihre Ursprünge zurückkoppeln“, so Christel Zeisler. „Denn es geht um viel mehr als die Zahl der Frauen in Führungspositionen.“

Um das ganze gesellschaftliche Feld auszuloten, sind namhafte Referentinnen aus dem ganzen Bundesgebiet eingeladen, die zum Teil über langjähriges frauenpolitisches Engagement verfügen. „Gegen welche Krankheiten helfen nochmal Quoten und wer ist eigentlich der Patient?“ betitelt die Bloggerin Dr. Antje Schrupp aus Frankfurt ihre Keynote zur Quotendebatte im historischen und politischen Kontext. An den Foren und Podien beteiligen sich Gäste wie Sissi Banos, ehemalige Gender Mainstreaming-Referentin im IG Metall Vorstand, Regisseurin Tatjana Turanskyj von ProQuote Film, Dr. Anna-Katharina Meßmer vom Forschungsinstitut für gesellschaftliche Weiterentwicklung, Dr. Christiane Groß, Präsidentin des Deutschen Ärztinnenbundes und Prof. Dr. Anja Seng, von der Initiative FidAR, Frauen in die Aufsichtsräte.

Eingeladen sind interessierte Frauen und Männer, die die durchaus ambivalenten Resultate der Frauenquote diskutieren, notwendige Rahmenbedingungen ausloten und über konkrete Forderungen an Entscheidungsträger beraten wollen. „Wir wünschen uns eine offene Debatte über Wege zu mehr Geschlechtergerechtigkeit“, so Christel Zeisler. „Das war und ist unser ursprüngliches Ziel bei Frauen & Beruf seit 30 Jahren und daran messen wir alle Strategien – auch die Quote.“

Die Tagung findet am 3. Juli 2018 von 9.30 – 17.15 Uhr in der Akademie Franz Hitze Haus statt. Die Teilnahme ist kostenlos, aber eine Anmeldung ist erforderlich. Informationen, Programm und Anmeldung unter www.frauen-und-beruf-muenster.de,  frauen@muenster.de, Tel. 0251-55669.